vrAse und Durovis Dive – Smartphone als Alternative zu Oculus Rift?

Man schiebt das eigene Smartphone in die Halterung setzt sich es sich vor die Augen und ist in einer anderen Welt. Egal wann und egal wo,denn man hat sein Virtual Reality Device immer dabei.

Während OculusVR noch an ihrer Unterstützung für Android Geräte entwickeln, gibt es derzeit zwei Alternativen, die das Smartphone, im Gegensatz zu der Technologie von OculusVR, nicht nur zum Rechnen sondern auch als Display verwenden. Die beiden Konkurrenten sind zum einen das deutsche Durovis Dive und vrAse.

Dive

Das Dive von Durovis gibt es in zwei Versionen: Zum einen die kostenlose Version Open Dive und die professionell gefertigte Version Durovis Dive. Die kostenlose Version kann von jedem, der Zugang zu einem 3D Drucker hat, gedruckt und benutzt werden. Es werden allerdings noch die Linsen benötigt, welche man hier über Amazon beziehen kann.
Die professionell gefertigte Version kann derzeit über die offizielle Webseite vorbestellt werden. Sie unterscheidet sich in der Qualität und dem Komfort von der selbst herstellbaren OpenDive Version.

Das Dive unterstützt insgesamt 21 Smartphones und noch viele weitere mehr. Spiele müssen für das Dive angepasst werden, das bedeutet sie müssen zum Beispiel das Dive-Unity Plugin verwenden, welches dafür sorgt, dass die Szenen in Stereo gerendert und korrekt verzerrt werden.  Das Plugin wird jedoch für Entwickler kostenlos zur Verfügung gestellt.

Das Dive kann über einen Regler an jeder Seite an die individuelle IPD (Abstand zwischen den Pupillen) angepasst werden. Brillenträgern hilft diese Option allerdings nur geringfügig. Die Linsen sind deutlich kleiner als zum Beispiel beim Oculus Rift, so dass während der Benutzung die Ränder der Linsen sichtbar sind und im peripheren Sichtfeld auch über die Linsen hinaus geschaut werden. Zu dem ist das Dive nicht so geschlossen wie das Rift, denn es fiel bei einem Test auf der Gamescom 2013 deutlich mehr Licht in das Gerät. Das Dive ist noch nicht erhältlich, kann aber unverbindlich über die Webseite der Entwickler vorbestellt werden.

vrAse

Das Design von vrAse erinnert etwas mehr an das von Oculus Rift. Die Linsen werden in spezielle Halterungen des vrAse befestigt. Diese Halterung kann individuell für den eigenen IPD Wert, also den Abstand zwischen den beiden Pupillen, eingestellt werden. Ähnlich wie beim Dive können so gegebenenfalls auch Sehschwächen ausgeglichen werden. Das vrAse ist, auf den ersten Eindruck, Licht-dichter geplant worden was die Immersion erheblich erhöhen kann. Leider hatte ich noch keine Möglichkeit das vrAse zu testen. Während sich das Dive über die Hersteller Webseite vorbestellen lässt, versuchen die Entwickler des vrAse derzeit ihr Projekt via Kickstarter zu finanzieren.

Das vrAse wirbt zudem damit auch für Augmented Reality Anwendungen geeignet zu sein. In dem Video werden dazu z.B. Wanderer und Skater gezeigt, speziell den letzteren Anwendungsfall möchte ich doch stark bezweifeln. Nicht nur die wahrscheinlich zu hohe Latenz zwischen Eingabe und Ausgabe, auch die fehlende stereoskopische Sicht, also die 2. Kamera, fehlt und dem entsprechend ist auch die Tiefen-Wahrnehmung stark eingeschränkt. Für virtuelles Kino und Spiele, welche auch hier für das Gerät angepasst werden müssen, halte ich jedoch für ein geeignetes Ziel. vrAse funktioniert mit jedem Smartphone mit Bildschirmen zwischen 3.5 bis 6.3 Zoll, wobei man das beste Erlebnis mit Smartphones mit Bildschirmen zwischen 5 und 6 Zoll erhält. Auch vrAse wird ein SDK zur Verfügung stellen.

Generell

Einen direkten Vergleich der beiden Geräte möchte ich hier vermeiden, da ich bisher nicht beide Geräte selbst testen konnte und man am besten durch direktes Handanlegen die Vor- und Nachteile der Hardware erkennt.

Die Endbenutzer Version des Dives wird voraussichtlich deutlich günstiger als die Version von vrAse, die man derzeit durch Unterstützen der Kickstarter Kampagne erhalten kann. Um eines der beiden funktional identischen vrAse Geräten, Mist oder Origin, zu erhalten, muss man die Kampagne derzeit mit mindestens £58 (69€) unterstützen. Ich persönlich sehe diese Geräte als netten Ersatz für unterwegs- Zum Beispiel um in einem virtuellen Kino im Flugzeug einen Film zu sehen, statt auf die viel zu weit entfernten Board- Monitore zu starren, auf denen die Wiederholung eines schlechten Films läuft oder während der Bahnfahrt für einen Moment abzuschalten um eine einsame Insel zu erkunden.

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Eine Alternative für Heimanwender sind beide in meinen Augen allerdings nicht. Selbst wenn Rift Spiele theoretisch licht mittels der Unity Plugins auch für die beiden SmartphoneVR Geräte umgesetzt werden können, wird die Auswahl auf kurze und lange Sicht wahrscheinlich deutlich kleiner ausfallen. Ferner können zusätzliche Gamepads zwar über Bluetooth mit den Smartphones verbunden werden, doch Controller wie das STEM System oder das Virtuix Omni bleiben den PCs vorbehalten.

Wer eine Ergänzung zum Rift für unterwegs sucht oder die Zeit bist zur Consumer -Version des Rifts überbrücken und gleichzeitig schon mal VR-Luft schnuppern möchte, der ist mit beiden Geräten gut beraten. Eine vollwertige Alternative sollte aber nicht erwartet werden. Zu erwähnen sei auch noch, das Oculus VR derzeit an einer Android Unterstützung für ihr Rift arbeitet, Details hier zu sind allerdings derzeit nicht bekannt.

Link zur offiziellen Open Dive Webseite: Durovis.com – Open Dive
Link zur offiziellen Dive Webseite: Durovis.com – Dive
Link zur vrAse Kickstarter Kampagne: Kickstarter.com – vrAse: The Smartphone Virtual Reality Case

Daniel Korgel

Geschrieben von

Ich bin Daniel Korgel und bin ein selbständiger Software Entwickler im Bereich Virtual Reality. Ich programmiere in meiner Freizeit schon sehr lange und bin gut unterwegs mit C# (& .Net), Java, HTML, PHP und MYSQL. Kenntnisse in C, C++ und Assembler sind aber auch vorhanden. Zudem arbeite ich derzeit auch an meinem Bachelor. In meiner Freizeit sammle ich alte Spielekonsolen und bin auch hin und wieder im Skatepark anzutreffen. Twitter: @DakorVR , @Bloculus_de| Xing: xing.com/profiles/Daniel_Korgel


7 Meinungen zu “vrAse und Durovis Dive – Smartphone als Alternative zu Oculus Rift?

  1. vrAse sieht auf dem ersten Blick professioneller, bzw. Consumer tauglicher aus. Aber beide Projekte stehen und fallen mit der Software die dafür entwickelt werden muss. App starten, Handy rein und es muss sofort losgehen. Wenn da erst mal Stunden lang gefummelt werden muss, damit alles wie gewünscht funktioniert, wird sich solch eine Brille nicht beim Otto-Normal-verbraucher durchsetzen. Dies habe ich schnell gemerkt als ich mein Rift bei „nicht-Gamern“ vorgeführt habe; „man ist das Kompliziert“. Viele wünschen sich nur eine Riesige Leinwand um Filme/TV zu gucken und die meisten waren von der VRcinema Demo total begeistert; „da muss ich ja gar nicht ins Kino gehen, ich lege mich aufs Sofa und gucke mir ein Film an“. Wenn im Jahr 2014 der VR Hype losgeht, werden sich wahrscheinlich viele „normalos“ eine Solche Brille kaufen um rein zu schnuppern und nicht viel Geld ausgeben zu müssen. Ich sehe die Zukunft dieser Firmen schon sehr rosig, auch die der Hersteller von Handys die mit besseren Displays werben werden oder mit speziellen Funktionen die das VR Erlebnis begünstigen.

  2. Pingback: John Carmack über die Zukunft von Oculus Rift und DevKit 2 | Bloculus Das deutsche Oculus Rift News Blog

  3. Wie es aussieht ist VRASE noch ganz am Anfang, gewissermassen in der Planung und weit von einem Releasetermin weg. DIVE ist fertig und wird es, wie aussieht, dieses Jahr unter viele Tannenbäume schaffen. Da gibt es vieles zum Hintergrund von DIVE, das jetzt erst nach und nach veröffentlicht wird. Die Entwickler und Programmierer kommen aus der Entwicklung von Robotik, automatisierten Prozeßen und sind in der VR zuhause. Die DIVE ist viel mehr als lediglich ein „Gamingtool“ und wird VR nicht nur für alle erlebbar, sondern vor allem für alle „gestaltbar“ machen. Da steckt viel, viel mehr dahinter, als nur eine weitere Brille…

  4. @Daniel Korgel in dem Artikel ist ein ziemlich großer Fehler drin. Die vrase hat keine feste IPD. In dem Video dass du verlinkt hast sieht man, dass man die Linsen verstellen kann.

  5. Pingback: Refugio 3D – DIY Virtual Reality für 20€! | Bloculus Das deutsche Oculus Rift News Blog

  6. Wird bei der Dive wirklich „verzerrt“?
    Es scheint einfach nur „SBS“, also „Side-by-Side“ zu sein.
    Würde man das Bild an einen 3D-TV ausgeben, der würde wohl 3D erkennen, und man kann es mit der Shutterbrille sehen.

    Warum sind die Lionsen bei der Dive so klein?
    Da es bei der OR größer geht, gibt es wohl keinen technischen Grund.
    Also sollte man auch größere Linsen nutzen können (?).
    Es gibt auch Basteleien mit Schutzbrillen ind dessen durchgehende Plexiglasscheibe Löcher gebohrt wurden.
    Die Scheibe geschwärzt, und Linsen in die Löcher.
    Wenn man das passend zueinander bastelt, sollte das Ergebnis doch besser sein als der Billig-3D-Ausdruck der Dive.
    Und auch nicht schlechter als die Kaufversion der Dive. Aber mit größeren Linsen.

    Was die beste Diagonale angeht, müsste diese rechnerisch bei 5,9″ liegen.
    Da ist die Breite 13cm, was das Doppelte des durchschnittlichen Pupillenabstandes von 6,5cm ist.
    Der Abstand bis zwischen die Augen ist 3,25cm. Rechts und Links von den beiden Pupillen wäre mehr Breite also Verschwendung.
    Bei gleicher Auflösung müsste das was man sieht also weniger Pixel haben, wenn das Display statt 5,9″ also 7″ hat.
    5,9″ mit FullHD hat z.B. das Huawei Ascend Mate. Evtl. aber nicht Gyroskop (?).

    Ich würde ein Smartphone, oder wenn möglich 7″-Tablet bzw. „Phablet“ auch nach seiner Eignung für solche VR-Technik auswählen.
    Es kommt das Vivo XPlay 3S mit 2560×1440-Auflösung. Evtl. bei 5-6 Zoll.

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