VR Cover – Schützt euere Rift vor Dreck und Schweiß

Vor ein paar Wochen bekam ich die Gelegenheit ein VR Cover Set zu erhalten, welches den Schaumstoff der Oculus Rift schützen soll. Da ich meine Rift häufiger mal für Freunde und Fremde demonstriere, hatte ich schon vorher nach einer Lösung gesucht, welche den Schaumstoff des DK2 vor Schweiß und Dreck schützt. Ob VR Cover das Problem wirklich löst, oder es nur ein umständliches Stück Stoff ist, welches die Immersion zerstört, erfahrt ihr im folgenden Artikel. Das VR Cover musste sich im privaten Einsatz, bei Demonstrationen für Freunde und auch auf einem Meetup beweisen!

Herzlich Willkommen zu dieser neuen Kategorie! Jeden Montag gibt es nun einen exklusiven Artikel rund um Virtual Reality. In dieser regelmäßigen Kategorie, werden weniger die neusten Neuigkeiten abgefrühstück, welche ohnehin schon innerhalb von Stunden überall im Netz verteilt sind, als interessante Themen rund um Virtual Reality vorgestellt und beschrieben.  Dieser Artikel ist der erste (offizielle) Artikel in der Reihe „Virtual Monday“. Bei brandheißen Neuigkeiten wird es natürlich weiterhin zusätzlich Artikel geben!

In diesem Virtual Monday geht es um VR Cover:

Der Versand

Zuerst die gute Nachricht: Der Versand erfolgt via DHL. Dies hat mich sehr gefreut, da ich das Set dann an eine Packstation in meiner Nähe liefern lassen kann, ohne es persönlich annehmen zu müssen.

Die VR Cover Sendungen gehen immer gestaffelt raus, weshalb ich ca. eine Woche auf den Versand warten musste. Bestellt man kurz nach Versand einer Ladung, kann sich die Zeit bis zum Versand natürlich ziehen. Nachdem die Sendung unterwegs war, wurde sie bei der Einreise nach Deutschland zunächst beim Zoll ausgiebig kontrolliert. Diese Kontrolle verzögerte die Ankunft um ein paar weitere Tage. Da die Sendung aber korrekt deklariert war, ging die Sendung nach der Pürfung direkt weiter zu mir. Ein kleiner Rückschlag war es jedoch, als ich die Benachrichtigung von DHL bekam, dass ich die Sendung an einem Paketshop abholen soll. Beim Gespräch mit der Bedienung im Shop stellte sich dann heraus, dass solche internationalen Briefe nicht an eine Packstation zugestellt werden können und ich die Lieferung deswegen persönlich abholen musste.

Der erste Eindruck

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Das Set, bestehend aus drei Covers, kommt in einem schicken kleinen Stoffbeutel, inklusive einer kleinen illustrierten Anleitung. Der Stoffbeutel ist durch ein Klettverschluss-Clip verschlossen. Die Anleitung weißt darauf hin, dass man damit die losen Kabel, oben am Kopfband des DK2, befestigen kann. Neben diesem praktischen Effekt, dient der Clip allerdings auch als kleine Werbung für VRCover, denn das Klettband ist mit einem schicken VRCover-Schriftzug versehen, welchen man nach dem Anbringen sehr gut sehen kann. Es ist eine nette Idee, jedoch war mir vor dem Befestigen des Clips nicht mal bewusst, dass ich ein Problem mit den Kabeln habe. Im Nachhinein muss ich jedoch sagen, dass der Clip tatsächlich dazu beiträgt, dass das Kopfband ein wenig sortierter ist und das Kabel der DK2 nicht immer zur Seite rutscht.

Die Covers können sowohl warm als auch kalt gewaschen werden und laufen auch nach mehreren Wäschen bei mir bisher nicht ein. Laut Anleitung soll dies unabhängig von der Waschtemperatur niemals passieren.

Durch den auf Leder-Imitat geprägten Schriftzug wirkt jeder einzelne der drei Cover wertig. In meiner Vorstellung waren die Cover mit einem Gummi oder ähnlichem versehen, der den Stoff an Ort und Stelle hält. Beim ersten Auspacken stellte ich jedoch fest, dass dies nicht der Fall war.

In der Praxis – Zuhause

Das Anbringen des VR Covers ist trotzdem einfach und schnell erledigt. Zwar musste ich beim ersten Mal nochmal ein wenig korrigieren um die perfekte Position des Schutzes zu erreichen, bei späteren Versuchen hatte ich die Technik jedoch raus und das Austauschen des Schutzes ist schnell erledigt. Hier überzeugt also der Schutz.

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Setzt man das Rift auf fühlt sich der Stoff sehr gut auf dem Gesicht an. Der Stoff ist ein wenig kühler und weicher als der Schaumstoff, den er verdeckt. Insgesamt sehr angenehm. Hat man die Brille inklusive Schutz einmal auf, hat man keine Nachteile durch diesen. Weder rutscht die Brille schneller hin und her, noch versperrt der Stoff die Sicht oder ähnliches. Der kritische Moment mit dem Schutz ist jedoch das Auf- und Absetzen der Brille. Durch den direkten Kontakt mit dem Gesicht und den Kopfbändern passiert es schnell, dass der Schutz ein wenig verrutscht und nicht mehr perfekt auf dem Schaumstoff sitzt. Gelegentlich führte dies bei mir nicht nur dazu, dass der Schaumstoff nicht mehr vollständig abgedeckt war, sondern auch dazu dass der Stoff vor die Augen ragte und so die Sicht behinderte.

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Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich täglich mit der DK2 Arbeite und meine Software dementsprechend häufig auf der DK2 testen muss. Mal hält man sich das Kit dann nur vor die Augen, mal setzt man es komplett auf, die Anzahl der kritischen Moment, also Auf- und Absetzten, sind also deutlich höher als bei jemanden der die Brille aufsetzt und dann erst nach einiger Zeit wieder abnimmt. Testet man Anwendungen, und muss die Brille daher ständig Auf- und Absetzten, ist man meist auch nicht mehr so bedacht darauf den Stoff nicht zu verschieben. Ist man beim Aufsetzen vorsichtiger, klappt es meist ohne Probleme. Insgesamt ist es zwar ein wichtiger Punkt, der sich immer mal wieder bemerkbar macht. Der Stoff nimmt Schweiß auf, ist aber kein Schwamm. Wer mit der Rift Sport macht und viel Schwitzt, sollte ggf. mehrere Covers gleichzeitig benutzen oder das Cover zwischendurch austauschen. Die Lüftung in der Brille wird durch das Cover, meiner Empfindung nach nicht negativ beeinflusst.

 In der Praxis – Demonstrationen & Meetup

Bei Demonstrationen kann man immer damit punkten, den Schutz vor den Augen des nächsten Kunden oder Anwenders auszutauschen. Gerade bei Demonstrationen an Personen die sich untereinander nicht kennen, merkt man dass die Personen diesen Schutz für eine gute Idee halten. Besonders auf Messen oder Meetups, wo die Brille innerhalb kurzer Zeit auf einer Vielzahl von unterschiedlichen Gesichtern sitzt, finde ich den Schutz besonders wichtig. Ist der originale Schaumstoff einmal dreckig, ist es schwer ihn wieder zu Reinigen. Jeder der ein Oculus Rift Development Kit hat, wird es wahrscheinlich mehr oder weniger regelmäßig Verwandten, Freunden oder evtl. sogar Fremden vorstellen und zeigen, daher muss das VR Cover natürlich auch hier überzeugen und darf den Ablauf nicht behindern.

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Beim Cologne VR Meetup #5 konnte ich das VR Cover zum ersten Mal in der Praxis an vielen Leuten hintereinander weg testen. Von den Probanden, welchen ich ein Projekt von mir und einem Kommilitonen gezeigt habe, kam meist schon vor dem Aufsetzen das erste Feedback: Viele waren positiv davon überrascht, dass wir einen Schutz verwenden um zu verhindern, dass der Schaumstoff verdreckt. Beim Aufsetzen kam häufig weiteres Feedback: Die Tester mochten das ungewohnte, weiche Gefühl des Stoffes auf der Haut, welches von den meisten als angenehmer wahrgenommen wurde als der originale Schaumstoff der Brille. Beim Auf- und Absetzen hat sich der Schutz zwar hin und wieder ein wenig verschoben, den Ablauf hat dies aber nicht sonderlich gestört. Durch die sehr einfache Handhabung haben die Besucher häufig selbstständig den Stoff gerichtet oder, wenn es mir vorher auffiel, habe ich ihn mit einem Handgriff wieder zurecht gerückt. Dies hat mich positiv überrascht, denn ich war davon ausgegangen, dass der Stoff sich deutlich häufiger und deutlich mehr verschieben würde.

Im Austausch mit anderen Ausstellern, welche das VR Cover benutzten, stellten wir fest, dass wir eigentlich alle die gleichen Probleme haben. Das Anbringen des Schutzes ist Anfangs etwas schwierig, bis es perfekt sitzt und beim häufigen Auf- und Absetzten verrutscht es schnell mal ein wenig. Insgesamt hat das hin und wieder mal notwendige Zupfen am Stoff, auch die anderen Verwender das Covers nicht sonderlich gestört und hat den Ablauf nicht beeinträchtigt.

Die Eindrücke welche ich beim Präsentieren für Freunde und Fremde bei mir Zuhause gesammelt habe, stimmt mit dem Eindruck beim Meetup überein.

 

Fazit

Jeder der beruflich mit der Rift arbeitet oder seine Rift häufig unterschiedlichen Personen aufsetzt, hat wahrscheinlich schon mal über eine Lösung wie VR Cover nachgedacht. Für eben jene macht VR Cover auch am meisten Sinn, denn der Gedanke, dass die Brille an einem Tag schon auf vielen Gesichtern gesessen hat ist für die meisten, wie mich auch, kein schöner. Tauscht man den Schutz also zum Beispiel vor den Augen eines Kunden aus, hat dies einen praktischen Effekt für uns und auch einen positiven psychologischen Effekt für den Kunden. Aber auch für Privatleute macht ein Schutz Sinn: Er schützt den originalen Schaumstoff der Rift vor Beschädigung, Abnutzung und Unreinheiten. Der originale Schaumstoff ist leider nicht austauschbar und somit auch nicht waschbar. Jeder der seine Brille in einem bestmöglichen Zustand erhalten möchte, sollte also auch einen Schutz benutzen. Ich persönlich nutze mein DK2 nur noch mit VR Cover.

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Ein Set kostest inklusive Versand $26 und enthält, wie erwähnt, drei Schutz-Cover. Ist eines in der Wäsche, muss man also nicht auf den Schutz verzichten. Die Versandzeiten sind etwas lang und manchmal stört es, wenn der Schutz beim aufsetzen verrutscht. Insgesamt bin ich jedoch davon überzeugt, dass so ein Schutz für jeden Rift Fan einen Mehrwert bietet.

Ihr könnt VR Cover direkt über die offizielle Webseite www.VRCover.com kaufen.

Das Organic Cotton Bamboo VR Cover

Seit neustem bietet VR Cover auch eine „Organic Cotton Bamboo“ Variante an, bei welcher das Set ein wenig mehr kostet, dafür allerdings zu 80% aus Baumwolle und zu 20% aus Baumbusfabrikat besteht. Diese Variante konnte ich bisher  nicht selbst testen, sie soll jedoch nochmal weicher und bequemer zu tragen sein, gerade bei längeren Spiele-Session. Ferner hat die neue Variante, im Vergleich zur Standard-Version, einen helleren Farbton, was dem ein oder anderen u.U. besser gefällt. Leider ist diese Variante im Moment  (15.12.2014) bereits vergriffen, man kann sich jedoch benachrichtigen lassen sobald es wieder verfügbar ist.

Alternativen

Als Alternative zum VR Cover gibt es zum Beispiel das About Face VR, hier wurde das Problem mit dem verrutschenden Stoff so gelöst, das Schlicht der komplette Schaumstoff der DK2 entfernt und durch eine Schale ersetzt wird. Auf die Schale kann via Klettverschluss nun ein austauschbarer Ersatz für den Schaumstoff eingesetzt werden. Dies ist für Leute die VR Sport machen wollen, wahrscheinlich eine bessere Alternative, da hier der komplette Schaumstoff den Schweiß aufnehmen darf und gewaschen werden kann. Auch für DK2 Anwender, welche sich gar nicht mit verrutschendem Stoff herumschlagen wollen und bereit sind ein wenig mehr zu investieren, ist About Face VR eine gute Alternative.

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Für mich persönlich ist About Face VR jedoch keine Alternative zum VR Cover, da zum Anbringen der Halterung der originale Schaumstoff der DK2 herunter gerissen werden muss. Da ich mein DK2 in einem bestmöglichen Zustand erhalten möchte, wäre eine solch rabiate Variante keine Lösung für mich. Deshalb werde ich auch zukünftig auf VR Cover setzen um meinen Schaumstoff und die DK2 zu schützen.

Bei der Endbenutzer Variante, wird sich Oculus hoffentlich die Kritik am Schaumstoff zu Herzen nehmen und eine Austauschbare Variante anbieten.

Mich würde interessieren, was haltet ihr von VR Cover und wäre das Entfernen des originalen Schaumstoffs eine Alternative für euch?

Daniel Korgel

Geschrieben von

Ich bin Daniel Korgel und bin ein selbständiger Software Entwickler im Bereich Virtual Reality. Ich programmiere in meiner Freizeit schon sehr lange und bin gut unterwegs mit C# (& .Net), Java, HTML, PHP und MYSQL. Kenntnisse in C, C++ und Assembler sind aber auch vorhanden. Zudem arbeite ich derzeit auch an meinem Bachelor. In meiner Freizeit sammle ich alte Spielekonsolen und bin auch hin und wieder im Skatepark anzutreffen. Twitter: @DakorVR , @Bloculus_de| Xing: xing.com/profiles/Daniel_Korgel


2 Meinungen zu “VR Cover – Schützt euere Rift vor Dreck und Schweiß

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