Review & Interview: Asunder: Earthbound – 30er Jahre Adventure

Asunder: Earthbound von Aldin Dynamics, den Machern des eindrucksvollen Trial of the Rift Drifter, ist eher ein interaktiver Film als ein Spiel, würden viele sagen. Mit Kopf-Gesten Erkennung und einer düsteren 30er Jahre Atmosphäre verspricht das Spiel einen guten Rift-Titel abzugeben. Ich habe es mir für euch einmal genauer angeschaut und mir eine Meinung gebildet.

Zunächst ein kleines Vorwort. Anders als bisher, werde ich die Rift Demos zwar komplett spielen, in den Videos jedoch nur noch vorstellen und bewerten. Längeres Gameplay im Sinne eines Let’s Play wird eher die Ausnahme sein. Hintergrund dieser Entscheidung ist, dass ich es denen, die schon ein Rift besitzen, ermöglichen möchte die Videos anzusehen. Die Videos werden künftig also die Spiele zwar vorstellen und bewerten, jedoch nicht mehr spoilern. Ich hoffe, dass ist in eurem Interesse. Feedback ist erwünscht.

Asunder: Earthbound entführt den Spieler in ein Szenario der 1930er Jahre. Als geflohener Sträfling, sitzt man nun in einem Flugzeug und möchte in die Freiheit fliegen. Während des Fluges wird der Spieler mit unterschiedlichen Situationen konfrontiert, auf die er angemessen reagieren muss um nicht entdeckt zu werden. Man könnte das neue Spiel von Aldin Dynamics eher als interaktiven Film bezeichnen als ein Adventure. Das Spiel, welches zwar auch ohne Rift gespielt werden kann, jedoch strikt darauf ausgelegt ist mit einem Virtual-Reality-Eingabegerät gespielt zu werden, nutzt lediglich eine Taste auf eurer Tastatur oder Maus. Lydia-Peeks-logoAnsonsten wird das Spiel vollständig mit dem Rift gespielt. So muss zum Beispiel der Spieler auf Fragen anderer Personen mit einem Nicken oder einem Schütteln des Kopfes antworten, oder schnell auf brenzliche Situationen reagieren. Der Spieler kann durch das Ansehen bestimmte Gegenstände in seiner Umwelt, mit diesen durch drücken der Handlungs-Taste interagieren und sie benutzen. Der Spieler muss also seine Umgebung und die Charaktere gut beobachten und im Auge behalten, um stets angemessen auf die Situationen reagieren zu können.

Auch wenn die ersten beiden Szenen im Spiel zugegebener Maßen nicht so wirken, ist das Asunder: Earthbound sobald man sich im Flugzeug befindet meiner Meinung nach ziemlich immersiv. Zwar kann man nicht aufstehen und herumlaufen, doch gibt es viele kleine und große Details, auf die man teilweise sehr explizit, teilweise aber auch gar nicht hingewiesen wird. Screen-Dynamic-Hand-Movements-logoSo kann man wenn man möchte nur aus dem Fenster schauen und die Landschaft genießen, oder auch ein Gespräch mit dem Sitznachbarn anfangen. Die 30er Jahre wirken in dem Flugzeug wie wiederbelebt: Sowohl optisch als akustisch kommt die Szenerie glaubhaft herüber und nicht etwa künstlich.

Die Option das Spiel so gut wie nur mit dem Kopf zu spielen, scheint für mich eine ideale Lösung für Adventures ohne Handtracking zu sein. Die Bewegungen des virtuellen Körpers wirken, obwohl sie nur mit dem Blick gesteuert werden, natürlich und die Hände landen auch stets dort wo man sie hin haben wollte. Die Möglichkeit auf Fragen mit einem Nicken oder Schütteln des Kopfes zu antworten und dass sich der Verlauf des Gespräches auch dem entsprechend verändert ist sehr schön gelöst und trägt immens zur Immersion dieses Titels bei. Die  anderen Figuren im Flugzeug wirken ebenfalls real, sofern sie gerade mit dem Spieler interagieren. Figuren die nur passiv im Flugzeug sitzen wirken teilweise etwas puppen-artig, obwohl auch der Detailgrad sehr schön ist: Passive Figuren bewegen sich zwar nicht sonderlich viel, haben jedoch nicht nur eine Idle-Animation sondern mehrere die scheinbar zufällig wechseln.

Screen-Spyglass-II-logoNeben der wirklich schönen Grafik, die allerdings mit höheren Details etwas sehr hardwarehungrig ist, sowie den sehr passenden Sounds ist auch die Synchronisierung der sprechenden Charaktere sehr gut. Die Stimmen passen klanglich zu ihren Rollen und man kann sie gut verstehen. Reagiert der Spieler falsch und er wird zum Beispiel enttarnt, wird der Bildschirm nicht sofort schwarz, sondern die umliegenden Charaktere reagieren auch auf diese neue Erkenntnis. Aus diesem Grunde lohnt es sich auch alle falschen Entscheidungen früher oder später einmal zu testen. Die Spieldauer beim ersten Versuch beträgt laut Aldin Dynamics 45 Minuten, welche ich, ohne alle Enden gesehen zu haben nicht erreicht habe. Je-nachdem wie gut und schnell man die Rätsel löst, ist das Spiel schließlich bedeutend schneller vorbei. Auch hätte ich es gut gefunden noch weitere Möglichkeiten für kleine Interaktionen mit dem Flugzeug oder den Menschen zu haben. Manche Möglichkeiten werden zum Beispiel erst freigeschaltet, wenn sie benötigt werden.

Insgesamt ist Asunder: Earthbound die 9.99$ (7.25€) trotz der kurzen Spielzeit Wert, denn die Qualität dieser Demo ist gut und ich würde sie jedem Rift-Besitzer empfehlen. Denn nicht nur ist es interessantes Katz- und Maus-Spiel nicht von den anderen Passagieren entdeckt zu werden, auch warten weitere Überraschungen auf den Spieler.

Interview:

Im Zuge der Recherche erhielt ich die Gelegenheit Hrafn Thórisson und Gunnar Valgardsson, den Köpfen hinter Aldin Dynamics, einige Fragen zu stellen.
Die Fragen und Antworten wurden für diesen Artikel von mir aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.

smoking-aldin-screenshotBloculus.de: Warum habt ihr euch entschieden ein VR-Spiel zu entwickeln, was hat euch zu Asunder: Earthbound inspiriert?
Aldin Dynamics: Wir wollten Spiele entwickeln, die von Grund auf für Virtual Realty designed sind. Der Design Prozess unterscheidet sich stark von dem eines Spiels, bei dem VR nur ein zusätzliches Feature ist. Darauf aufbauend, sind wir in der Lage völlig neuartige Erfahrungen zu schaffen, welche nur in VR-fokussierten Spielen möglich sind. Die Geschichte zu Asunder: Earthbound ist ein wenig inspiriert von einer alten Twilight-Zone Folge und wir haben mehrere Anspielungen an die Serie in das Spiel eingebaut.

Unser Ziel ist es neue unverbrauchte Welten zu schaffen, welche alles von einer einzigartigen Geschichte, über neuartigen Spielmechaniken, bis Umgebungen, die bis in das kleinste Detail mit der Hintergrundgeschichte harmonieren, bieten.

Bloculus.de: Worauf habt ihr euch bei der Entwicklung von Asunder: Earthbound am meisten konzentriert?
Aldin Dynamics: A:E ist nicht nur ein eigenständiges Spiel, sondern auch eine Tech-Demo. Es gibt so viele neue Spielmechaniken die sehr gut mit VR harmonieren und unsere Projekte dienen dazu diese Mechaniken zu testen. So zum Beispiel das Teleskop, welches nur vor einem Auge des Spielers gehalten wird oder die Kopf-Gesten-Erkennung.

Bloculus.de: Besteht Aldin Dynamics nur aus euch beiden? (Gunnar Steinn Valgardsson und Hrafn Thorri
Thórisson)
Aldin Dynamics: Derzeit sind wir die einzigen beiden die Vollzeit an den Projekten arbeiten, aber wir haben ein paar Teilzeit-Arbeiter die zum Beispiel Charakter-Modellierung und Beta Tests übernehmen.

killed-logoBloculus.de: Erstellt ihr alle benötigten Ressourcen oder kauft ihr Assets ein / beschäftigt externe Designer?
Aldin Dynamics: So gut wie alle Ressourcen die man in Asunder sehen kann, wurden von Adlin Dynamics erstellt.

Bloculus.de: Sind weitere Episoden von „Asunder“ geplant?
Aldin Dynamics: Kurz gesagt,  ja. Wir befinden uns gerade in der Design-Phase für eine Fortsetzung. In Asunder: Earthbound blieben noch einige Fragen unbeantwortet. [SPOILER] z.B: Wo ist man gelandet? Was ist mit Walter und den anderen Passagieren passiert? Aber bis diese zweite Episode erscheint, werden wir wahrscheinlich weitere experimentelle Spiele im Style von Trail of the Rift Drifter veröffentlichen.

 

Offizielle Webseite von Asunder: Earthbound auf AldinDynamics.com

Hier könnt ihr Asunder: Earthbound für $9.99 kaufen und sofort herunterladen. (AldinDynamics – Store)

Den bereits ein paar Monate älteren Titel von AldinDynamics: Trial of the Rift Drifter, verfolgt das gleiche Steuerungs- Prinzip und kann kostenlos im OculusShare herunter geladen werden.

Daniel Korgel

Geschrieben von

Ich bin Daniel Korgel und bin ein selbständiger Software Entwickler im Bereich Virtual Reality. Ich programmiere in meiner Freizeit schon sehr lange und bin gut unterwegs mit C# (& .Net), Java, HTML, PHP und MYSQL. Kenntnisse in C, C++ und Assembler sind aber auch vorhanden. Zudem arbeite ich derzeit auch an meinem Bachelor. In meiner Freizeit sammle ich alte Spielekonsolen und bin auch hin und wieder im Skatepark anzutreffen. Twitter: @DakorVR , @Bloculus_de| Xing: xing.com/profiles/Daniel_Korgel


2 Meinungen zu “Review & Interview: Asunder: Earthbound – 30er Jahre Adventure

  1. Ich muss sagen Dein bisher bestes Review, Textlich wie auch Medial!
    (Nur der Sound im Video ist leider nicht der beste, aber ich bin mir sicher, das wird noch.)

    Mach weiter so..!

    Und behalte es bei, keine Lets Plays mehr zu machen.
    Vielleicht kannst Du Dir ja Kategorien anlegen für kommende Titel die Du im Video dann ab handelst.
    (Setting, Sound, Immersion, Größenverhältnisse, Steuerung, etc.)

    • Danke, für die netten Worte! Die Soundqualität müsste sich durch ein professionelleres Mikrofon sowie bessere Abmischung in den nächsten Videos erheblich verbessern lassen.
      Ebenfalls Danke für den Hinweis mit den Kategorien, habe diesen nun schon auf verschiedenen Kanälen erhalten und werde ihn im nächsten Video umsetzen.

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