Michael Abrash – jetzt Chief Scientist bei Oculus

Michael Abrash, Valves VR Frontmann, ist jetzt ein festes Mitglied bei Oculus. Als Chief Scientist ist er für die Forschung und Entwicklung neuer Technologien für Oculus zuständig. 

In einem Blog Post, der Michael Abrash als neustes Oculus Mitglied vorstellt, erzählt Michael seine Geschichte, wie er von ersten Kontakten mit John Carmack über Augmented Reality und Ready Player One zu Virtual Reality kam. Hier für euch eine Zusammenfassung, das Original ist aber ebenfalls sehr lesenswert.

Zusammenfassung und Übersetzung des originalen Blog Posts von Michael Abrash im Oculus Blog. Die Links wurden von mir passenderweise eingefügt.

[…] Schon zu Quake 1 Zeiten, sprach John Carmack von Virtual Reality und wie er ein Metaverse wie in Snowcrash entwickeln wird. Quake 1 war gut, doch es war bei weitem kein Metaverse, weshalb ich mich entschied das Jobangebot von John abzulehnen. 14 Jahre später arbeitete ich bei Valve, welche nach dem nächsten großen Trend suchten und ich war mir sicher, dass es Augmented Reality sein würde. Valve ermöglichte es mir mit einem Team an einem AR-Projekt zu arbeiten. Zeitgleich beschäftigte sich John Carmack weiterhin mit Virtual Reality und sah VR endlich realisierbar.

[…]

Dann passierten zwei Dinge: Zum einen arbeiteten Palmer und Carmack zusammen an einem VR-Prototypen, dessen Kickstarter Kampagne ein voller Erfolg war, zum anderen las Michael Abrash zu dieser Zeit Ready Player One und empfahl es allen Mitglieder des AR-Teams. Sie kamen zu dem Schluss, dass VR derzeit mehr Potenzial hat als AR und fingen an sich damit zu beschäftigen. Ungefähr zur selben Zeit als Plamers Selbstbauprojekt sich zu „Oculus“ wandelte.

Ab diesen Zeitpunkt ist mein und Oculus Weg gut dokumentiert. Das Resultat ist ein VR Gerät, welches das Gefühl von „presence“ erzeugen kann – das Gefühl im Unterbewusstsein, dass man tatsächlich an einem bestimmten Ort ist. [Abrash bezieht sich damit auf den Valve Prototypen, Anm. des Autors] Bisher war dieses Gefühl nur mit sehr teuren Equipment zu erreichen, doch schon in den nächsten Jahren werden wir solches Gerät zu einem Endbenutzer Preis anbieten können.

[…]

Dies wäre nie passiert, wenn Palmer nicht seinen Prototypen entwickelt hätte. Wenn John nicht zur richtigen Zeit an VR geforscht hätte oder wenn John und Palmer sich nie begegnet wären, wenn ich  nicht genau zum richtigen Moment Ready Player One gelesen hätte oder wenn ich viele Jahre zuvor nicht über Snowcrash gestolpert wäre.

[…]

Trotzdem hatte ich Zweifel: VR kann niemals wirklich groß werden, wenn nicht eine große Firma in VR investiert. Ohne großen Investor und Aushängeschild würde VR ein Nischenprodukt bleiben. Doch diese Zweifel sind jetzt weg: Facebooks Kauf von Oculus bedeutet, dass VR nun kommen wird und zwar in all ihrer Pracht. Die Ressourcen und den Einsatz, den Facebook bringt, gibt Oculus die Möglichkeit die wirklich schwierigen Probleme von VR zu lösen. Den Rest meiner Karriere sehe ich mich VR soweit nach vorne zu bringen, wie ich kann.“

„I think it’s going to be the biggest game-changer I’ve ever seen – and I’ve seen quite a lot over the last 57 years.
I can’t wait to see how far we can take it.
– Michael“

Es geht also voran: Mit Micheal Abrash wechselt, nach Atman Binstock, schon das zweite treibende Mitglied von Valves VR Prototypen-Team zu Oculus. Zusammen werden sie sicherlich Großes bewirken.

Abschließend kann ich Ready Player One auch nur jedem VR Fan und Interessierten ans Herz legen. Ich habe auch Neuromancer und Co gelesen. Aber Ready Player One übertrifft diese Klassiker, meiner Meinung nach, bei Weitem. Die Aktualität trifft mehr den Zahn der Zeit und hat mich vom Anfang bis zum Ende gefesselt.

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Daniel Korgel

Geschrieben von

Ich bin Daniel Korgel und bin ein selbständiger Software Entwickler im Bereich Virtual Reality. Ich programmiere in meiner Freizeit schon sehr lange und bin gut unterwegs mit C# (& .Net), Java, HTML, PHP und MYSQL. Kenntnisse in C, C++ und Assembler sind aber auch vorhanden. Zudem arbeite ich derzeit auch an meinem Bachelor. In meiner Freizeit sammle ich alte Spielekonsolen und bin auch hin und wieder im Skatepark anzutreffen. Twitter: @DakorVR , @Bloculus_de| Xing: xing.com/profiles/Daniel_Korgel


4 Meinungen zu “Michael Abrash – jetzt Chief Scientist bei Oculus

  1. Hm, irgendwie hab ich das Gefühl, dass es bei Oculus längst nicht mehr nur um die Brille selbst geht. Die Brille ist ja inzwischen schon in einem sehr guten Zustand. Übelkeit hat man im Griff, das verschwimmen beim drehen des Kopfs auch, Positionstracking hat man auch gelöst (zumindest für die erste Consumer Version ausreichend) und die reine Optik wird durch immer bessere Displays mit der Zeit von allein immer besser und mit OLED scheint man ja nun auch die ideale Technik gefunden zu haben. Aber man scheint sich wohl klar nicht nur mit der Brille zufrieden zu geben und auch an anderen Dingen zum Thema VR zu arbeiten, was auch nur logisch ist. Man merkt eben

    Ich hoffe nur, dass sie nicht zu viel auf einmal wollen, die Brille selbst sollte sich eigentlich schon so sehr gut verkaufen lassen und überhaupt mal einen Fuß im Massenmarkt zu haben ist auch nicht unwichtig, danach kommt der Rest dann von allein. Ich kann mir bei richtigem VR einfach nicht vorstellen, dass Käufer das Interesse daran verlieren könnten, dafür sollten die Eindrücke, die Rift hinterlässt, eigentlich beeindruckend genug sein. Man hörte ja fast nur positive Stimmen zum DevKit1 und das eben auch von Leuten, die man klar zum Massenmarkt zählen kann. Denke es braucht nur eine ausgereifte Brille und das Teil wird zum Selbstläufer. Jedoch kann ich mir gut vorstellen, dass es Softwareseitig auch noch etliche Probleme gibt, die man lösen und vermeiden muss. Es ist halt doch noch ein ziemliches jungfräuliches Gebiet und man hat vor allem hier noch viel zu lernen.

    Wird auf jeden Fall eine sehr interessante VR Zukunft werden, ich freue mich drauf bald dazu zu gehören. ;)

    • Ich sehe es bzgl. der Aussage, dass es ausreichend ist nur eine gute Brille bzw. Hardware zu haben anders. Was wäre die reine Hardware ohne die Software, die für die verschiedenen Anwendungsbereiche entwickelt wird?
      Für mich ist die Software (= Lösung für ein jeweiliges Problem) der Grund warum ich mich frage, ob ich hierfür nicht doch besser VR nutze oder nicht. Die Hardware ist für mich nur eine bestimmte Eingabeform für die Benutzer-Produkt-Schnittstelle.

      • P. S.: Von daher ist es nur konsequent, wenn Oculus VR dafür sorgt, dass es für möglichst viele Anwendungsbereiche Software entwickelt und dadurch den Bedarf an VR schafft. Dies führt m. E. dazu, dass sich VR schneller und breiter in der Gesellschaft verbreitet… ;-)

      • Die Software war damit nicht gemeint, da sagte ich ja selbst, dass da wohl noch die meisten Probleme drin stecken. Da braucht es natürlich auch genug Software, aber bei der Auswahl sehe ich da bis 2015 auch nicht mehr das Problem, gibt ja schon etliche Software in Entwicklung.

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